Silbersalz35

Zwei Tage in Tokio mit der analogen Kamera (Leica M6) und Silbersalz35 Filmen. Das Stuttgarter Unternehmen Silbersalz35 produziert u.a. Filme auf analogem Filmmaterial. Seit einiger Zeit konfektionieren sie 4 verschiedene Kodak Kinofilme für Fotografen in Kleinbildfilmpatronen: 2 Tageslichtfilme (ISO 50 und 250) und 2 Kunstlichtfilme (ISO 200 und 500). Es werden Set zu 4 Filmen angeboten, bei denen die Entwicklung im Preis inbegriffen ist. Dies zu einem sehr günstigen Preis:  10 Euro/Film (bei Selbstabholung). Diese Kinofilme müssen nach einem speziellen Verfahren (ECN2) entwickelt werden, was nur sehr wenig Labore anbieten. Die Filme werden aneinander geklebt und laufen dann kontinuierlich durch die Entwicklungsmaschine. Seine Negative bekommt man nur gegen Aufpreis zurück, weil sie – nach dem Scan- aus der Rolle rausgesucht und zugeschnitten werden müssen. Diese Vorgehensweise hat in der Community zu einem regelrechten Shitstorm geführt, weil vielen Fotografen ihre Negative heilig sind. Ich kann darauf verzichten, weil ich sowieso hybrid arbeite: analog -> digital. Prints von digitalen Bildern sind für mich genauso gut wie Handvergrößerungen.
Nach der Entwicklung laufen die Filme durch einen Blackmagic Cintel Filmscanner, der die Bilder mit beeindruckenden 30 Frames pro Sekunde scannt. Das Resultat ist eine TIFF Datei mit einer Auflösung von 22 MP. Nach ein bis 2 Wochen bekommt man einen Link zur Dropbox, in der man dann seine Scans jeweils als JPG, TIFF mit Silbersalz35 Farbprofil und TIFF RAW (ohne “Entwicklung”) bekommt.

Als ich meine Filme in Cannstatt abgeholte, habe ich eine Führung durchs Labor bekommen, konnte Entwicklungsmaschine und Scanner anschauen. Sehr nette Leute bei Silbersalz!

Das Angebot von Silbersalz35 ist für mich ideal. Es ist relativ günstig und man muss seine Filme hinterher nicht selbst scannen. Daneben gefällt mir der Look der Filme sehr!

Filme im Flieger

Spannend war die Frage:  Was passiert mit den Filmen bei der Gepäckkontrolle? Es ist bestimmt 20 Jahre her, seit ich das letzte mal mit anlogen Filmen auf Reise gegangen bin. Filme sollte man auf jeden Fall ins Handgepäck tun, da die großen Scanner, durch welche die Koffer laufen, die Filme sehr wahrscheinlich beschädigen (belichten). Die Scanner bei der Handgepäckkontrolle sollen den Filmen nichts anhaben. Dennoch empfiehlt es sich nach Handkontrolle zu frage, wobei dann Filme und Kamera nicht durch das Röntgengerät laufen müssen. Das hat an den Flughäfen in Frankfurt, Tokio und Bangkok problemlos funktioniert. Anstandslos wurden die Filme per Hand gecheckt.

Seit einiger Zeit gibt es neue 3D Röntgengeräte, welche die Filme wohl definitiv schädigen. In Tokio hatten sie bereits diese Geräte.

Die Fotos